Gedenken an Auschwitz-Befreiung: „8. Mai soll Feiertag werden!“

30. Januar 2020  Bundestag, Kultur, Pressemitteilung

Mit einer Gedenkstunde erinnerte der Bundestag in dieser Woche an den 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Jährlich wird auf diese Weise den Millionen Menschen gedacht, die während des Holocaust und im 2. Weltkrieg ermordet worden sind. Dieser Tag sei auch ein wichtiger Anlass, um an die Lehren zu erinnern und Antisemitismus, Rassismus und Neonazi-Terrorismus zu ächten, hieß es aus der Fraktion DIE LINKE.

„Die Mordserie der NSU-Bande, die Ermordung des CDU-Politikers Walter Lübcke oder etwa der Anschlag auf eine Synagoge in Halle im vergangenen Herbst waren keine Einzelfälle“, so der niedersächsische Bundestagsabgeordnete Victor Perli (DIE LINKE). Alle Statistiken zeigen eine Zunahme rechtsterroristischer Gewalt. Gegenüber der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung hatten jüngst Mitarbeiter der Gedenkstätte Bergen-Belsen berichtet, dass Besucher immer häufiger mit Judenfeindlichkeit provozierten. Der Leiter einer Gedenkstätte beklagte, dass es inzwischen nicht nur Holocaustleugner, sondern auch offene Befürworter des industriellen Massenmords gebe.

Die Linksfraktion erinnerte außerdem daran, dass der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA), die einst von KZ-Überlebenden gegründet wurde, im November die Gemeinnützigkeit entzogen worden ist. Dies habe zu Recht großen Protest ausgelöst und müsse durch eine rechtliche Klarstellung durch das Bundesfinanzministerium korrigiert werden. Die Forderung der Auschwitz-Überlebenden und Ehrenvorsitzenden der VVN-BdA, Esther Bejarano, den 8. Mai in Erinnerung an die Befreiung vom Nationalsozialismus zum Feiertag zu erklären, bekam breite Unterstützung von Abgeordneten der LINKEN, SPD, FDP und Grünen. „Es gibt immer weniger KZ-Überlebende, die von den schrecklichen Erlebnissen berichten können. Deshalb ist es so wichtig, jene zu unterstützen, die wertvolle Arbeit gegen das Vergessen leisten. Der 8. Mai als bundesweiter Feiertag würde die Erinnerungskultur unterstützen“, so Perli.